GF98.00-P-9000-01A Fachbegriffe Lackierung    

Hinweis:
Dieser Aufstellung liegen die Normen DIN 55 943, DIN 55 945 und DIN 55 947 zugrunde.
  Sie stellt eine Auswahl der darin angeführten Begriffe dar und wird zur allgemeinen Benützung empfohlen.

Begriff Bedeutung
Anstrichstoff Anstrichmittel Flüssiger bis pastenförmiger oder auch pulverförmiger Beschichtungsstoff; durch entsprechende Verfahren auf einen Untergrund auftragbar. Ergibt nach physikalischer und/oder chemischer Trocknung einen festen Anstrich.
Anstrich
Anstrichfilm
Aus Anstrichstoffen hergestellte Beschichtung auf einem Untergrund. Nach der Bildung einer zusammenhängenden Schicht spricht man auch von einem Anstrichfilm.
Anstrichträger Sammelbegriff für Grundwerkstoffe, z. B. Stahl, Aluminium, Kunststoff, die als Untergrund für Anstriche dienen.
Ausschwimmen Sichtbares Entmischen der Pigmente im Anstrichstoff während des Lagerns oder im Anstrich während der noch flüssigen Phase.
Ausbluten Durchschlagen von Farbmitteln.
Absetzen Bodensatzbildung aus Pigmenten, durch Zusammenballungen von Teilchen, die spezifisch schwerer sind als die Bindemittellösung und deshalb zu Boden sinken.
Ablaufneigung "Abrutschen" Eigenschaft/Tendenz eines Anstrichstoffes, beim Lackieren an senkrechten Flächen Läufer zu bilden. Siehe auch Standfestigkeit.
Beschichtungsstoff Ein nicht vorgeformter Stoff; ergibt eine Beschichtung. Siehe auch Anstrichstoff.
Beschichtung Sammelbegriff für aus Beschichtungsstoffen hergestellte Schichten auf einem Untergrund.
Benetzung Vermögen eines Anstrichstoffes, sich auf einem Untergrund störungsfrei zu verteilen.

Begriff Bedeutung
Benetzungsstörung Das Auftreten von Störungen, z. B. Krater in einem Anstrichfilm.
Ursachen: z. B. zu hohe Oberflächenspannung, nasser oder verölter Untergrund, falsche Zusammensetzung
Chemikalienbeständigkeit Eigenschaft eines Anstriches, gegen Belastung oder Einwirkung von Chemikalien, z. B. Säuren, Laugen, Industrie-, natürlichem Niederschlag (Fall-Out), Gasen, beständig zu sein.
Deckvermögen Vermögen eines pigmentierten Stoffes, die Farbe oder Farbunterschiede des Untergrundes zu verdecken.
Durchtrocknung, Durchtrocknen, Durchhärten Beim Anstrich das Erreichen seiner Gebrauchshärte in der gesamten Schicht, wobei "Durchtrocknen" mehr für physikalisch und oxidativ trocknende (lufttrocknende) Systeme und "Durchhärten" mehr für katalytisch und polyadditiv trocknende Systeme gebraucht wird.
Durchschlagen a) Sichtbarwerden von Bestandteilen, die aus dem Untergrund oder einem vorhandenen Anstrich in den darüberliegenden Anstrich einwandern
b) Sichtbarwerden von Bestandteilen des Anstriches auf der Rückseite des Untergrundes (z. B. Papier).
Ergiebigkeit Definiert als Größe der Fläche, die mit der Mengeneinheit eines Beschichtungsstoffes mit einer Beschichtung in vereinbarter Schichtdicke theoretisch versehen werden kann. Angabe in m2/kg oder m2/l mit Trockenschichtdicke in m. Siehe auch Verbrauch.
Die in der Praxis tatsächlich erforderliche Menge Beschichtungsstoff kann aus der Ergiebigkeit nicht ermittelt werden, da Spritzverlust usw. nicht mitberücksichtigt werden.
Effekt (-Lackierung) Visueller Eindruck eines - unter gleichen Lichtverhältnissen - bei unterschiedlichen Betrachtungswinkeln anders reflektierende Teilchen enthaltenden Anstriches.
Beispiele: Metalleffekt (Alu-Bronce Perlmutt-Effekt, Fischsilber-Effekt u. a.).
Entmischen Teilweise Trennung von Bindemittel und Pigment oder von Pigmenten untereinander.
Füllvermögen Vermögen eines Anstrichstoffes, die Unebenheiten des Untergrundes auszugleichen, was den optischen Effekt der besonders gut lackierten Fläche erzeugt (Fülle).

Begriff Bedeutung
Farbe Nur der durch das Auge vermittelte Sinneseindruck. Eine Farbe ist durch Farbton, Helligkeit und Sättigung gekennzeichnet.
Farbton Eigenschaft, die eine bunte Farbe (blau, grün, rot usw.) von einer unbunten (schwarz, weiß) unterscheidet.
Grundiermittel, Grundanstrichstoff Grundanstrich (Grundierung) als Anstrichschicht, die geeignet ist, als Verbindung zwischen Untergrund und den auf den Grundanstrich aufgebrachten Anstrichschichten zu dienen.
Glanz Sinneseindruck für die mehr oder weniger gerichtete Reflexion von Lichtstrahlen an einer lackierten Oberfläche.
Beispiele: hochglänzend, seidenglänzend u. a. Hilfsgröße zur Beurteilung des Glanzes: Reflektometerwert nach DIN 67 530.
Glanzbeständigkeit Eigenschaft eines Anstriches, Glanzverlust, d. h. Glanzeinbußen der lackierten Fläche durch Gebrauch, Einflüsse von außen usw. zu widerstehen.
Haftfestigkeit Maß für den Widerstand eines Anstriches, den er aufgrund seines Haftvermögens einer Trennung vom Untergrund entgegensetzt.
Korrosionsschutz Ist die Summe der Maßnahmen, um Metalle, Kunststoffe und andere Werkstoffe vor der Zerstörung durch chemische und/oder physikalische Angriffe (aggressive Medien, Wetter, mechanische Spannungen) zu schützen.
Kratzfestigkeit Widerstandsfähigkeit eines Anstriches gegen mechanisch-kratzende Einflüsse, abhängig von Härte, Durchtrocknung.
Lack Anstrichstoff, der einen Anstrich mit spezifischen Eigenschaften ergibt. Sammelbegriff, kann mit Wortzusammensetzungen angewandt werden wie: Vorlack, Einbrennlack, Tauchlack, Klarlack usw.
Polierbarkeit Eigenschaft eines Anstriches, sich mit Poliergeräten (Schwabbel, Scheibe) und Poliermitteln (Paste, Wachs, Polish) zur Erzielung von Hochglanz bearbeiten zu lassen.

Begriff Bedeutung
Quellung a) Volumenvergrößerung, bedingt durch Aufnahme von Flüssigkeiten, Dämpfen oder Gasen in den Anstrichfilm
b) "Benetzungsstörung" an der Randzone einer Schleifstelle.
Rauheit Gestaltabweichung 3. bis 5. Ordnung der Istoberfläche von der geometrisch idealen Oberfläche. Regelmäßig oder unregelmäßig wiederkehrende Abweichungen (Rillen, Riefen, Gefügestruktur - z. B. durch Korrosionsvorgänge -), deren Abstände nur ein geringes Vielfaches ihrer Tiefe betragen.
Schichtdicke Anstrich-Schicht hat keine Stärke im physikalischen Sinne, sondern eine Dicke.
Einheit: 1 m = 1 x 10-6 m
1 mm = 1 x 10-3 m
Schichtdicke ist die Dicke einer Beschichtung auf einem Grundwerkstoff, die funktionelle, schützende oder dekorative Aufgaben zu erfüllen hat. Weiteres siehe DIN 50 982, Teil 1.
Schleier Eine nicht durch äußere Einflüsse hervorgerufene Trübung eines Anstriches, die während oder nach dem Trocknen sichtbar wird. Wird die Trübung im Film oder an seiner Oberfläche durch äußere Einflüsse verursacht, spricht man von Anlaufen.
Standfestigkeit Eigenschaft eines Anstrichstoffes/Beschichtungsstoffes, auch in dickeren Schichten an senkrechten Flächen beim Lackieren keine Läufer zu bilden.
Schleifbarkeit Von Anstrichen beim Naß- oder Trockenschleifen
a) zum Glätten und /oder gleichmäßigen Aufrauhen als Vorbereitung für eine weitere Lackierung
b) als Eigenschaft, speziell bei Grundierungen, ohne Störungen (mechanischer Widerstand u. a.) mit Schleifmittel/-geräten bearbeitbar zu sein.
Trocknen, Trocknungsarten, Trocknungszustände Übergehen eines Anstriches vom flüssigen in den festen Zustand, das durch physikalische und / oder chemische Vorgänge geschehen kann.
Trocknungsarten sind z. B.: Lufttrocknung, Wärmetrocknung (Ofentrocknung, Einbrennen), Strahlentrocknung
Trocknungszustände sind: Staubtrocken, klebfrei, griffest, durchgetrocknet (durchtrocknen).

Begriff Bedeutung
Trocknungszeit Zeitspanne zwischen dem Aufbringen des Anstrichstoffes und dem Erreichen eines unter festgelegten Prüfbedingungen bestimmten Trocknungszustandes.
Verbrauch Diejenige Menge Beschichtungsstoff, welche erforderlich ist, um eine Fläche bestimmter Größe unter gegebenen Bedingungen mit einer Beschichtung in bestimmter Trockenschichtdicke zu versehen.
Angabe in m2/kg oder m2/l mit zugehöriger Trockenschichtdicke in m. Siehe auch Ergiebigkeit.
Verlauf Das mehr oder weniger ausgeprägte Vermögen eines noch flüssigen Anstriches, die bei seinem Auftragen entstehenden Unebenheiten selbsttätig auszugleichen.
Vergilbung Farbänderung, speziell bei hellen Farben, hervorgerufen durch hohe thermische Beanspruchung oder starke Lichteinwirkung.
Wetterbeständigkeit Eigenschaft des Anstriches, definiert als seine Widerstandsfähigkeit gegen Veränderungen, die
a) bei der Freibewitterung durch die Einwirkung des Wetters am Prüfort
b) bei der Kurzprüfung durch die Einwirkung einer simulierten Freibewitterung (entsprechend der Globalstrahlung gefilterte Xenonbogen-Strahlung und periodische Beregnung)
bedingt sind.
Wolkenbildung Bei Metalliceffektlacken die ungleichmäßige Ausrichtung der effektgebenden Bestandteile/Teilchen im Anstrich.
Wischbeständigkeit Eigenschaft eines Anstriches, bei leichtem, trockenem Reiben nicht abzufärben.